Filmtipp:
The Dixie Chicks: Shut Up And Sing |
"Wir schämen uns, dass der Präsident der USA aus Texas stammt". Mit diesem Satz trat Leadsängerin Natalie Maines von den Dixie Chicks eine Lawine los, mit der weder sie noch ihre Bandkolleginnen Emily Robison und Martie McGuire jemals rechnen konnten. Der Satz war Natalie während der Welttournee 2003 in London eher unüberlegt rausgerutscht. Sie hatte niemals vor, politisch zu sein, sondern wollte sich spontan zum Irakkrieg äußern. Ihre Mitmusikerinnen Emily und Martie nahmen die ersten Kritiken nicht wirklich ernst, doch schon sehr bald stellte sich heraus, dass die Dixie Chicks scheinbar ganz Amerika gegen sich hatten, in jedem Fall aber fast alle Country Music Fans. Die drei Musikerinnen erhalten Morddrohungen, Radiosender boykottieren ihre Songs, wütende US-Bürger zerstören in Hexenverbrennungsmanier mit Treckern öffentlich die CDs der Dixie Chicks. Die aktuelle Single der bis dato erfolgreichsten Frauenband fiel innerhalb einer Woche von ganz oben ins Bodenlose. Doch die Dixie Chicks denken nicht daran, klein beizugeben. Im Gegenteil. Waren sie zu Beginn dieser Hetzkampagne eher unpolitisch, so sagen sie ihre Meinung nun ganz deutlich. Zeiten ändern sich. Und auf einmal ist Präsident Bush auch bei anderen US Bürgern nicht mehr so beliebt, wie er einst war. Und obwohl die Dixie Chicks gerade wieder "salonfähig" werden, möchten sie nun von sich aus nicht wieder in die alte Tretmühle hinein. Sie suchen nach neuen Wegen, um ihre Musik in Zukunft den Menschen näher zu bringen. Und das Countryradio steht aus gutem Grund dabei für die Chicks nicht an erster Stelle. Ein beeindruckender Film, der auch in die Herzen der Chicks schaut. So erfahren wir auch von der uneingeschränkten Loyalität der drei Musikerinnen. Die Schwestern Emily und Marty sehen Natalie als ihre dritte Schwester an. Auf die Frage, ob sie jemals sauer gewesen wären auf den Ausspruch von Natalie, antwortet Martie McGuire unter Tränen: "Sie (Natalie) fühlt sich noch immer verantwortlich dafür . ich würde meine Karriere für sie aufgeben, wenn sie dann Ruhe finden würde." Sie macht sich mehr Sorgen um Natalie als um die Karriere. Ich mochte das aktuelle Dixie Chicks Album, dessen Entstehung im Film gezeigt wird, ohnehin schon gern, nach diesem Film höre ich es noch wieder mit ganz anderen Ohren. So viel Courage und Loyalität bewegt die Leinwand und ist es wert, unterstützt zu werden. Zum Beispiel mit dem Kauf der Dixie Chicks CDs. Der Film endet übrigens beinahe so, wie er begonnen hat, auf der Bühne in London während der Welttournee 2006, nur dass der Satz diesmal nicht so nebenbei, sondern bewusst aus Natalies Mund kommt: "Wir schämen uns, dass der Präsident der USA aus Texas stammt". "Shut Up And Sing" ist ein starkes Porträt dreier Musikerinnen und Freundinnen, die sich den Mund nicht verbieten lassen wollen. Unbedingt ins Kino gehen! Iris Paech |
The Dixie Chicks: Shut Up And Sing Liste der Kinos, in denen "Shut Up And Sing" zu sehen ist: Aachen Apollo Pontstraße 141-149 |