Interview mit Tracy Lawrence |
Im Vorfeld seines Auftritts am 29. Februar 2008 im Four Corners in Untermeitingen traf ich Tracy Lawrence im Hotel, um ihm die Gelegenheit zu geben, ein paar Dinge über sich und seine Musik zu sagen, die seine Fans in Europa interessieren dürften. F: Wir sind hier mit Tracy Lawrence. Tracy, willkommen in Deutschland! T: Vielen Dank, es ist schön, hier zu sein. F: Ist dies Dein erster Aufenthalt in Deutschland? T: Nein, ich war 1999 im Rahmen einer USO-Tour schon einmal in Deutschland und habe einige Auftritte gegeben und die schöne Landschaft bewundert. F: Damit sind die Auftritte im Four Corners Deine ersten "normalen" Auftritte in Deutschland? T: So ist es. Wir waren davor vier Tage in der Schweiz. Gestern haben wir bereits hier gespielt und heute spielen wir nochmals hier. Morgen spielen wir in Hamburg, dann geht es wieder zurück in die Staaten. F: Wie hat Dir der gestrige Auftritt hier in Untermeitingen gefallen? T: Der gestrige Abend war wundervoll, ein großartiges Publikum. Es war erstaunlich, dass so viele Leute die Texte meiner Lieder kannten. Das habe ich echt genossen. F: Siehst Du Dich selbst eigentlich eher als Major Artist, insbesondere im Hinblick auf Deinen letztjährigen Nummer 1 Hit und Deinen CMA-Award oder würdest Du Dich eher als unabhängigen Künstler beschreiben? T: Ich sehe mich nach wie vor als Major Artist, nach all den Erfolgen die ich in den 90er Jahren hatte und den aktuellen Status meiner Karriere in den Staaten. Da sehe ich mich als sehr konkurrenzfähigen Major Artist, mit einem Schallplattenlabel, das nun weitere Künstler aufbaut, die ebenfalls den Status eines Major Artist erreichen können. Nach Europa bin ich gekommen, weil ich das wollte, seit langem habe ich davon geträumt, hier zu sein. Ich liebe den alten Kontinent, das Essen, die Menschen. Daher wollte ich schon lange herkommen und ich werde in den kommenden Jahren regelmäßig herkommen! F: Wie hast Du die ersten Kontakte nach Europa geknüpft? T: Weißt Du, die aktuellen Kontakte sind auf der Fan Fair entstanden, da trifft man Vertreter der Medien und Agenten, die Konzerte buchen. Mein Bruder, der auch mein Manager ist, hat gute Kontakte geknüpft, die wir dann verfolgt haben, um nach Europa kommen zu können. F: Dein erster Nummer-1-Hit "Sticks And Stone" liegt bereits viele Jahre zurück, frühe 90er Jahre. Was hat sich seither alles verändert? T: Ich habe geheiratet, habe zwei Kinder und habe mich im Musikgeschäft etabliert. Die Musikindustrie in den Staaten hat sich dramatisch gewandelt in dieser Zeit, sie hat sich sehr dem Pop angenähert. Außerdem bin ich halt 20 Jahre älter geworden, also jede Menge Änderungen ... F: Was bevorzugst Du persönlich? Ist es eher die traditionelle Country Music oder sind es mehr die modernen Klänge? T: Ich mag die modernen Klänge durchaus, wobei ich mich als Künstler aber nur nebenbei mit ihnen beschäftige. Dennoch mag ich etliche der aktuellen Country Künstler, die es jetzt gibt. Ich bin einfach ein großer Musik Fan. F: Verstehe ich es richtig, Deine eigene Musik ist nicht so Pop-orientiert? Ich habe das Gefühl, sie sei etwas verwurzelter. T: Das ist sie. Wenn Du meine Alben durchhörst, insbesondere das "Strong"-Album, dann findest Du da aber auch einige grenzwertige Sachen, die durchaus ein wenig anders und aggressiver sind. Ich mag es von Zeit zu Zeit, auch solche Musik einzustreuen. F: Sag doch mal ein paar Worte zu der Gegend, aus der Du herstammst und beschreib ein wenig Deine ersten musikalischen Schritte. T: Ich wuchs in einer kleinen Stadt im Südwesten von Arkansas auf mit 1.100 Einwohnern. Dort ging ich in den Kindergarten und bis zur 12. Klasse in die Schule. Meine Mutter und mein Stiefvater brachten insgesamt sechs Kinder zustande, drei Jungs und drei Mädels. Mein Vater war der Banker in dieser kleinen Stadt und es war ein guter Ort, um aufzuwachsen. Leider komme ich nicht mehr so häufig dorthin, wie ich es gerne täte. Mit 14 Jahren begann ich mit der Musik. Ich trat in Jamboree Halls und kleinen Theatern auf. Mit 12 wusste ich schon, was ich einmal werden möchte, ich wollte etwas mit Musik machen und am meisten mochte ich Country Music. So gestaltet sich meine Reise durchs Leben. F: Wer hat Dich dahingehend beeinflusst? T: George Strait war ein großer Einfluss, Merle Haggard war ein großer Einfluss, etliche der Legenden, George Jones, Waylon Jennings. Keith Whitley war ein großer Einfluss. Aus dem Rockbereich kamen Einflüsse von Lynyrd Skynyrd und Eric Clapton. Während meiner Zeit an der Universität habe ich viel Led Zeppelin gehört. Ich bin so gesehen ein Langzeitmusikfan und das auf verschiedenen Gebieten. Auf meinem I-Pod habe ich alles von Justin Timberlake über Santana und The Beatles bis Led Zeppelin. Ich stehe auf eine große Bandbreite an Musik. F: Gestern Abend hast Du mehrere Stücke von Merle Haggard gespielt, ist er ein Übervater? Was macht "The Hag" so außergewöhnlich? T: Ich liebe die Art, wie er schreibt und bewundere es, wie er es geschafft hat, sich so lange zu halten. Die Qualität seiner Stimme hat mich immer fasziniert, ich habe schon in frühester Jugend Merle-Haggard-Lieder gesungen. Ich kenne die meisten seiner Lieder, ich weiß zu so ziemlich allen seiner Lieder die Texte! F: Wie wählst Du die Lieder aus, die Du aufnimmst? T: Weißt Du, ich höre mir im Vorfeld eines neuen Albums mehrere tausend Songs an. Ich investiere Monate, um ein Album zu kreieren, das eingängig ist und ebenso Tiefe und Bedeutung hat. Es ist jeweils ein langwieriger Prozess, während dessen ich auch selbst schreibe. Aber ich höre mir viel Material von anderen an. F: Was macht einen guten Country Song aus? T: Die perfekte Verbindung von Melodie und Text. Er muss gut geschrieben sein, gut arrangiert und gut strukturiert sein. Außerdem muss er auf meine Stimme zugeschnitten sein. F: Was sind Deine Hobbys? T: Golf, ich liebe es aber auch zu Jagen und zu Angeln und bin begeisterter Bootsfahrer. Einfach Dinge in freier Natur unternehmen. F: Gibt es konkrete Zukunftspläne? T: Das gibt es, ich arbeite an meinem ersten Gospel-Album, das im Juni herauskommen soll. Im September gehe ich erneut ins Studio, um meine nächste reguläre CD einzuspielen. F: Gibt es da jemanden, mit dem Du gerne gemeinsam aufnehmen würdest? T: Lee Ann Womack wäre da meine Favoritin, ich würde liebend gerne eines Tages mit George Strait aufnehmen. Die beiden stehen auf meiner Liste ganz oben. F: Da freue ich mich schon auf die Ergebnisse. Danke, dass Du hier bist und Dich für uns Zeit genommen hast! (Friedrich Hog) |
Weitere Fotos in Kürze in der Rubrik "Fotos". |
||