Konzertbericht Kevin Meisel

LEIPHEIM - (hog) Kevin Meisel aus Michigan, der in Detroit aufgewachsen ist und jetzt in der Universitätsstadt Ann Arbor lebt, war am Samstag, den 08. März bei den Country & Western Friends Kötz im Schützenhaus Leipheim zu Gast. Zusammen mit seiner Band "The Ragged Glories" brachte er gepflegte Singer-Songwriter-Kunst auf die Bühne, anspruchsvoll und unterhaltend zugleich.

 

Seiner Band gehören neben Kevin Meisel an akustischer Gitarre auch sein Bruder Keith Meisel am Bass, Alex Anest an der elektrischen Gitarre und der Lap Steel und Jim Latini aus New York am Schlagzeug an . Gemeinsam erwiesen sie sich als gut aufeinander eingespielte Formation, die neben einigen Klassikern von Johnny Cash (I Walk The Line, I Still Miss Someone) im wesentlichen eigene Lieder im Repertoire hatten. Das erforderte die gesteigerte Aufmerksamkeit des erlesenen Publikums, das nach zwei Sets mit mehrfachen Zugaben die Darbietung in angenehmer Lautstärke offenbar mit Prädikat würdigte.

 

Angefangen hatte der Abend mit dem "Rustbelt Girl" aus seiner aktuellen CD "Cruising For Paradise". Recht flott war "The Jealous Kind" arrangiert. Deutliche Beatles-Einflüsse konnte man in "The Last Goodbye" heraushören, das gilt für den Gitarren-Sound und den Gesang gleichermaßen. Es war daher nicht mehr weit zum legendären "Nowhere Man" der Fab Four aus Liverpool. "St. Augustine" verband der Poet mit der Bemerkung, dass viele seiner Lieder etwas mit Umziehen zu tun hätten, und man aus Umzügen durchaus etwas lernen könne. "Coal And Diamonds" war ein Liebeslied aus seiner ersten CD.

 

Der zweite Set begann mit den "Country Lines", gefolgt vom "Broken Heart Tattoo", das bei einem seiner Soloauftritte inspiriert wurde, denn vor der Bühne tanzte ein gutaussehendes Mädel, wohl mit einem Tattoo verziert. Sehr schön in Szene gesetzt war auch "Tijuana Line" aus der aktuellen CD, deren Titelsong nicht fehlen durfte. Als Zugabe sang Kevin Meisel nur zur eigenen Gitarre Woody Guthrie's "Deportee", wo es um einen tragischen Flugzeugabsturz mit mexikanischen Wanderarbeitern geht, und der beschämenden Meldung in amerikanischen Radionachrichten, bei den Opfern habe es sich lediglich um Deportees gehandelt. Für "Dead Flowers" von den Rolling Stones, das Townes Van Zandt und Steve Earle für die Country Music adaptiert haben, kam die Band auf die Bühne zurück. Nach einer weiteren herausgeklatschten Zugabe standen die Künstler noch für persönliche Kontakte zum Publikum zur Verfügung, eine lieb gewordene Einrichtung bei Konzerten der Country & Western Friends Kötz, die am 23. und 24. Mai bereits ihr 25. Internationales Kötzer Country Festival in der Günzhalle Großkötz abhalten.
(Friedrich Hog)