Konzertbericht 21. Country Rendez-Vous Festival" in Craponne sur Arzone, Frankreich

Von Freitag, 25. bis Sonntag, 27. Juli 2008 erlebte Frankreich ein weiteres Country & Americana-Festival der Superlative, mit europaweiter Bedeutung. Fünf Formationen pro Tag brachten die Gemeinde in den französischen Alpen, südwestlich von Lyon gelegen, in Schwung. Obwohl erstmals seit 10 Jahren der Wettergott nicht zu 100 % hinter dem Festival stand, und das auf beiden Seiten des Atlantiks, wurde es unter dem Strich wieder ein tolles Event für Fans, Musiker und Veranstalter.

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Den Anfang machte am Freitag um 19 Uhr die französische Formation Mary & Co. , die getreu dem Titel ihrer aktuellen CD "Folk-Rock" ebensolchen spielte, Banjo und elektri­sche Gitarre im Zusammenspiel. Trotz rasch einsetzenden Regens bot die Band eine richtig gute Leistung und begeisterte die Fans unter den Schirmen mit ihrer versierten Leistung. Auch Youpi Whaou und ihre Band, ebenfalls aus Frankreich, litten unter dem Regen, der etliche Fans vorläufig vertrieben hatte oder gänzlich abhielt, das Festival zu besuchen. Hier war moderne Country Music mit Blues-Elementen geboten, sehr gut dargebracht mit toller Mundharmonika und viel Dynamik. Glücklicherweise verzog sich der Regen nach diesem Auftritt, und er kam auch nicht mehr wieder. Das bewog etliche tausend Leute, das Festival zu besuchen, was Mike Blakely einen gut gefüllten Festivalplatz bescherte. Der texanische Songschreiber, Sänger, Gitarrist und Buchautor (er schreibt derzeit gemeinsam mit Willie Nelson ein Buch, das 2009 verfilmt wird, Willie Nelson wird die Hauptfigur darstellen, einen Texas Ranger nach dem Bürgerkrieg) hatte seine ansonsten vierköpfige aktuelle Tourband um eine Steel Guitar erweitert, Jason Roberts von Asleep At The Wheel gesellte sich an der Fiddle hinzu. Um den Ansprüchen eines riesigen Festival zu genügen, spielte die Formation laut und verstärkt ihre schnellen Titel, was der Musik des Meisters etwas die Seele raubte. "It's About To Get Western" war sein Einstieg, eine tolle Nummer, die die Fans verständlicherweise begeisterte. Im übrigen veröffentlicht er seine Musik auf eigenem Label, auf dem außschließlich er vertrieben wird, was ihm künstlerische Freiheit gibt. Die progressive Bluegrass Formation Cadillac Sky , die bei Skaggs Family Records unter Vertrag steht und deren nächste CD von Mike Marshall produziert wird, setzte neue Maßstäbe auf dem akustischen Sektor, der in Europa bisher allenfalls von den Infamous Stringdusters in vergleichbarer Weise representiert worden ist. Improvisation auf höchstem musikalischen Niveau ließ viele Gäste ungläubig staunen, die einen über die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der Musiker, die anderen über den riesigen Abstand zum gängigen Bluegrass. Stephane Grappelli und Mark O'Connor standen Pate. Bei sternenklarem Himmel und weitgehend voll besetztem Festivalgelände erwiesen sich im Anschluss Asleep At The Wheel aus Austin, Texas als würdige Headliner des ersten Tages. Überragend ihre Kapazitäten hinsichtlich dem Zusammenspiel der Musiker, überragend auch das Können eines jeden der 7 Künstler. Ray Benson hatte 1970 die Formation gegründet, nachdem er bereits während seines Universitätsstudiums von Commander Cody und Bill Kirchen entsprechende Unterstützung gefunden hatte. Die Einflüsse des französischen Jazz auf den amerikanischen ließ die Formation das Publikum spüren, das mit Begeisterungsstürmen reagierte, Stephane Grappelli und Django Reinhardt. Steel und Fiddle, dazu die genialen Gitarrenläufe von Ray Benson, so darf Country Music auf alle Zeiten klingen und Asleep At The Wheel haben nichts von ihrer Spielfreude und Energie verloren, auch wenn schon rund 90 Musiker durch die Formation gegangen sind, Jann Browne zum Beispiel, die später einige Solohits in den Country Charts landen konnte. Gesanglich waren im wesentlichen Ray Benson (Bariton) und Jason Roberts (Tenor) im Vordergrund. Asleep At The Wheel, die am Montag zuvor im Four Corners in Untermeitingen und am folgenden Dienstag auf einem großen Jazz Festival mit Herbie Hancock und anderen in Spanien gespielt hatten, bewiesen, dass sie keine Jazz Band sind, die auf die Erfolgswelle des Country aufgesprungen ist. Vielmehr setzen sie die Western Swing Tradition von Bob Wills & The Texas Playboys und Milton Brown And His Musical Brownies in genialer Weise fort, Country und Jazz in klassischer Verbindung. Da stört es nicht, dass "This Old Cowboy" von der Marshall Tucker Band und damit vom Country Rock kommt, nein, Asleep At The Wheel machen aus jedem übernommenen Stück ihr eigenes, ohne Stilbruch zu Eigenkompositionen von Ray Benson wie "Bump Bounce Boogie" oder "Boogie Back To Texas", die in den Country Charts große Erfolge feiern konnten. Der Auftritt von Asleep At The Wheel machte Lust auf mehr großartige Country Music unter freiem Himmel, und die gab's am Samstag ab 18 Uhr.

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Jiri Kralik & The Rowdy Rascals aus Tschechien setzten im Trio von Anfang an Maßstäbe mit akustischer Musik an Fiddle, Gitarre und Kontrabass. Ihr gelungener Mix aus verwegenem Oldtime, munterem Western Swing von Bob Wills und Bluegrass brachte das Festival bei Sonnenschein sehr gut in Fahrt. Das Festivalgelände war am Samstag wieder sehr gut besucht, was Brandon Rhyder leider nicht für sich nutzen konnte, da ein Hurricane in Dallas, Texas sein Flugzeug nicht starten ließ. Die Honky Tonk Farmers aus der Schweiz übernahmen das Set und die Rolle der Country Rocker, die sie präzise und gekonnt abgaben. Little Texas haben mit ihrer rockigen Spielweise der siebenköpfigen Formation Pate gestanden, "God Blessed Texas", aber mit "Guitars, Cadillacs" spielten sie auch Dwight Yoakam, und Alabama's Toperfolg "Mountain Music" erfreute ebenfalls das Ohr. Der Texaner Darren Kozelsky und seine Band spielten unheimlich druckvoll, Drums, E-Bass, E-Gitarre und akustische Gitarre. Mit Merle Haggard's "Running Kind" konnte er am ehesten gefallen, die eigenen Lieder schienen sehr gleichförmig arrangiert und vorgetragen, was auch vom Publikum wohl so gesehen wurde, zumal es mehrheitlich seine Lieder noch nicht kannte. Er suchte auch wenig den Kontakt zum Publikum und war eher mit sich selbst und seiner Musik beschäftigt, was ihn trotz klarer und kräftiger Stimme schließlich unterhalb seiner Möglichkeiten präsentierte. Dabei merkt man ihm an, dass ihm seine Kunst viel bedeutet, auch sollte er sich angesichts seiner Bühnenerfahrung auch vor 10.000 Zuschauern nicht in sich selbst verkriechen müssen. Gegen Ende gelang ihm mit "Down On The Valley Side" und "She Got Me There" noch ein ansprechender Part. Völlig anders präsentierte sich im Anschluss Superstar Dierks Bentley . Er wurde 1975 in Phoenix, Arizona geboren und hatte 2003 mit seinem allerersten Hitparadenerfolg "What Was I Thinkin'" aus eigener Feder einen Nummer 1 Hit in den Country Charts landen können. Seither ist er nicht mehr aus den Top 10 der Hitparade wegzudenken, wo er mit fast jeder seiner Singles gelandet ist. Mit 19 Jahren war der blondgelockte Boy nach Nashville gezogen, damit lebt er nun seit 14 Jahren in Music City USA, neuen Jahre lang hat er in Bars gespielt und eine im Eigenverlag vertriebene wunderbare CD wie Sauerbier anbieten müssen. Seit fünf Jahren weiß er über Jason Boland und Randy Rogers schon vom Festival in Craponne, jetzt hat es endlich geklappt, dass er neben London und Dublin auch Craponne spielen konnte. Sein Auftritt war von Lockerheit und Spielfreude begleitet, er bewegte sich großartig, dazu eine genial gut eingespielte moderne Country Band, die die Musik in Vollendung auf die Bühne zauberte, einschließlich einer herrlichen Steel Guitar. Der Kontakt zum Publikum war von Beginn an hergestellt und Dierks Bentley und die Fans genossen ihre Zusammenkunft auf das Äußerste. Seine Einflüsse als Songschreiber sind Willie Nelson, Waylon Jennings, Kris Kristofferson, Merle Haggard, Hank Williams und Harlan Howard. Mit großartigem Engagement begann Dierks Bentley seinen Auftritt mit seinem jüngsten Nummer-1-Hit "Free And Easy Down The Road I Go", gefolgt vom direkten Nachfolgehit "Trying To Stop Your Leaving", der am 12. Juli auf Position 5 seine höchste Notierung gefunden hat. Herrlich trug er seine Ballade "Come A Little Bit Closer" vor, ein sehr schönes Liebeslied, das Dierks ebenfalls zum riesigen Hit gemacht hatte. Schwungvoll brachte er den Klassiker "Singing The Blues" herüber, der Rhythmus ließ das Publikum in absolute Begeisterung geraten und Johnny Russell's "Act Naturally", das Buck Owens und die Beatles gecovert hatten, war mit passenden Steel Guitar Passagen zur Perle avanciert. "Luckenbach, Texas" und "Lonesome On'ry And Mean" aus der Feder des großartigen Steve Young widmete er seinem Hero Waylon Jennings, ehe mit "Every Mile A Memory", "Lot Of Leaving Left To Do" und "What Was I Thinkin'" weitere seiner großen Hits folgten. Dierks Bentley beherrschte die elektrische und die akustische Gitarre, trug einige Lieder aber ohne eigenes Instrument vor und schaffte so eine abwechslungsreiche Bühnenshow. Als Zugabe brachte er mit dem "Folsom Prison Blues" "one more for Johnny Cash", schade, dass so großartige Ereignisse wie dieser genial gute Auftritt von Dierks Bentley so rasch enden müssen. Den Abschluss machten Bonnie Bishop und Matt Skinner , deren Bandmitglieder sich auch vom texanischen Wetter abhalten ließen zu kommen. Nur zur eigenen akustischen Gitarre brachten sie ruhige Lieder zu Gehör, wobei Bonnie im Mittelpunkt stand, da sie auch angekündigt war. Eigenes Material dominierte ihren Auftritt, Gillian Welch trat als Autorin dazwischen auf, aber insgesamt hätte man sich hier zwischendurch mal ein richtig bekanntes Stück einer anderen Künstlerin gewünscht, denn die wunderschöne Stimme von Bonnie Bishop verhallte bei einigen Gästen ob der ruhigen Musik fast ungehört, die einen Abzug vor Ende ihrer performance dem echten Zuhören vorzogen. Dennoch freute Bonnie sich über etliche tausend Leute, die ihr richtig zuhörten und so endete der Samstag unter dem Motto ihrer zweiten CD von 2005 "Soft To The Touch", die dritte CD kommt im August 2008 auf den Markt.

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Der Sonntag brachte nicht nur die besten Temperaturen, sondern durchweg auch die beste Musik auf die Bühne, jede der fünf Formationen uneingeschränkt ein Volltreffer. Um 15 Uhr begannen 3 Fox Drive um Kim, Barb und Joe Fox ihren Auftritt mit dem Titelsong ihrer aktuellen CD "Listen To The Music". Der Doobie Brothers Klassiker war angesichts der guten Instrumentenbeherrschung und der gesanglichen Fähigkeiten der Band hier in besten Händen. Sie spannten den Bogen bis zu "Some Old Sideroad", das sie auch aufgenommen haben und mit dem 1987/88 Keith Whitley einen Hit gelandet hatte. Larry Cordle hatte Kim Fox empfohlen, nach Nashville zu ziehen, sie war dabei, als er erstmals sein "Murder On Music Row" öffentlich vortrug. Um nicht wie eine der vielen Kinder-Bands oder wie eine der in Amerika häufigen Gospel-Formationen zu klingen, haben sie sich auf Empfehlung ihrer New Yorker Plattenfirma von "The Fox Family" in "3 Fox Drive" umbenannt. Die Musik wurde dadurch etwas progressiver. Das Publikum nahm die Formation mit Begeisterung und Zugabewünschen auf. Ihnen folgten The Texas Sapphires , eine Band um die Geschwister Rebecca Lucille Cannon und ihren älteren Bruder Billy Brent Malkus. Sie haben sich benannt nach einer Variante der berühmten Texas Bluebonnets, einer blau blühenden Blume aus der Familie der Lupinen. Vom Country, den sie bei der Großmutter kennengelernt hatten, kamen sie über den Punk zurück zum Country, da die Strukturen durchaus ähnlich sind, es geht um die gleichen Inhalte, bei unterschiedlicher Instrumentierung allerdings. 1997 waren sie von Maryland nach Texas gekommen, um ihre Musik professionell zu spielen. Ihre erste CD wurde von Lloyd Maines produziert, der ihre Musik mochte und auf sie zukam, um ihnen die Mitarbeit am Album anzubieten, die auch sein Mitspiel an Steel Guitar und Dobro beinhaltet. Ihre Einflüsse sind Buck Owens und Merle Haggard, "Under Your Spell Again" erklang eingangs ihres Sets. Der warme Klang ihrer Musik tat ein übriges zum Retroeindruck dieser Formation, zumal Rebecca sehr innig ihren Gesang zelebrierte, wie man das ansonsten hauptsächlich bei Old-Time-Formationen erleben kann. Christliche Inhalte kamen zum Einsatz, "Bring Out The Bible, We Ain't Got A Prayer". Ihre Musik hatte mit "How Mountain Girls Can Love" von den Stanley Brothers auch Bluegrass Einflüsse, alter Honky Tonk war mit "Smokin' Cigarettes And Drinkin' Coffee Blues" prominent vertreten. "Nashville Moon" handelte von einem Sänger, der den Durchbruch in Music City nicht geschafft hat. Der "Truck Driving Man", geschmackvoll arrangiert, lief im Rahmen der Zugabe auf, die Formation überzeugte durch ihre Bühnenpräsenz mindestens ebenso, wie durch musikalisches Können. Eine ansprechende Außenwirkung erzielte auch die vierköpfige Band Whiskey Falls , die jedoch durch ausgezeichneten mehrstimmigen Satzgesang, hervorragende Instrumentenbeherrschung und rockige Arrangements ein musikalisches Feuerwerk abbrannten, wie es die Zuschauer sich kaum schöner hätten wünschen können. Zum Einstieg präsentierte die Formation ihren jüngsten Top 40 Hit "Fallin' Into You", der eine optimale Wirkung auf das Publikum hatte. Steve Young's Klassiker "Seven Bridges Road" war bei den vier Sängern von Whiskey Falls, Seven Williams, Wally Brandt, Damon Johnson und Buck Johnson (nicht miteinander verwandt) in guten Händen und mit Merle Haggard's "Workin' Man Blues" zeigte die Gruppe, dass ihr äußeres Erscheinungsbild nicht ohne tiefe Verwurzelung in der Country Music Tradition auf der Bühne steht. Ihr erster Top 40 Hit "Last Train Running" war vor einem Jahr ihre allererste Single überhaupt, auch hier herausragend die mehrstimmigen Satzgesänge. Man hat den Eindruck, dass gute moderne Country Music des Jahrgangs 2008 ziemlich genau so klingen sollte, wie das bei Whiskey Falls durchweg der Fall ist. Die Zugabe "Sweet Home Alabama" entsprach schließlich komplett den Äußerlichkeiten. Nach ihnen aufzutreten, ist eine schwierige Aufgabe, die von Altmeister George Ducas allerdings mit Bravour gelöst wurde. Seine Hits waren Mitte der 90-er Jahre zu verzeichnen, bis in die Top 10 hatte es ihn seinerzeit getragen und zwei wunderschöne Alben sind erschienen. Aufgrund Differenzen mit seiner damaligen Plattenfirma war er jedoch aus dem großen Business ausgestiegen und hat sich ganz auf das Songschreiben konzentriert. Auch hat er in den letzten sechs Jahren zwei Kinder bekommen, die sein Leben stark beeinflusst haben. Erst seit 2007 hat er nun wieder Lust, die Bühne zurückzuerobern, was ihm mit seiner brandneuen 3. CD "Twang Thang" nicht schwerfallen sollte. Sein Top 40 Hit "Teardrops" brachte die Performance gleich optimal in Schwung, "Beer Run" hatte er für George Jones und Garth Brooks geschrieben, die es 2001 zu Hitehren geführt hatten. Nur ein großer Künstler kann alleine mit akustischer Gitarre vor 10.000 Menschen singen, einzig George Ducas wagte dies in Craponne, ausgewählt hierfür hat er ein Lied, das er geschrieben hat und das von den Dixie Chicks aufgenommen wurde, "Never Say Die", außerdem den Klassiker "Blue Eyes Crying In The Rain". "A Real Fine Place To Start" hatte George Ducas für Sara Evans geschrieben, die es 2005 für 2 Wochen auf Platz 1 der Country Charts getragen hat, gerne hat er die Nummer hier vorgetragen. Etwas Rock, etwas Honky Tonk, sein Hit "Hello Cruel World" aus seiner 1. CD "George Ducas" von 1995 war wieder klassischer Ducas, ebenso sein Hit "Every Time She Passes By", der einen Everly-Brothers-Touch aufweist. Hier passte sehr stimmig "Just Call Me Lonesome" dazu, mit dem Foster & Lloyd einen großen Hit landen konnten. Die Zugabe war erneut solo und nur mit eigener akustischer Gitarre, "Angel Flying Too Close To The Ground". Sein Top 10 Hit "Lipstick Promises" schloss diesen überaus gelungenen Auftritt ab, die Band war nochmals hinzugetreten. Den Abschluss des Festivals bestritten Big Smith aus den Ozark Mountains, genauer gesagt Springfield, Missouri, in der Nähe von Branson. Ihr Name steht für einen Hersteller von Overalls. Mein holländischer Radio-Kollege Loek Lamers hat sie als "Hidden Treasure" bezeichnet, und das trifft den Nagel genau auf den Kopf. Zuvor hatte man in Europa jedenfalls noch nichts von ihnen gehört, es war ihr erster Band-Trip nach Europa, aber ein Juwel sind sie auf alle Fälle. Die Formation riss das Publikum mit, vom ersten bis zum letzten Ton, dass es eine wahre Freude war, und das mit authentischer Roots-Music von Herzen, Old Time mit Waschbrett bis Honky Tonk mit elektrischer Gitarre und Schlagzeug, dazu Mandoline, Fiddle und Bass. Mit einer gigantischen Version von "Pretty Polly" (Stanley Brothers) begeisterten sie gleichermaßen Bluegrass Fans und alle, die das Genre nicht all zu eng eingrenzen. Fünf CD's hat die Formation bereits veröffentlicht, drei davon hatten sie im Gepäck und sie haben damit mehr CD's verkauft als Dierks Bentley, Asleep At The Wheel und alle anderen. Das Lied vom "Crawdad Hole" sorgte für Begeisterungsstürme, die Nacht war hereingebrochen und tausende von Menschen teilten einen Enthusiasmus, wie es nur selten zu erleben ist. Big Smith rockten die Menge exakt so, wie sie es bei der Pressekonferenz bereits versprochen hatten, die 5 Jungs, die alle miteinander verwandt sind und die Lady an der Fiddle, die nicht verwandt mit ihnen ist, Molly Healy. Weit länger als angekündigt haben sie gespielt und das Publikum wollte sie gar nicht mehr gehen lassen, so sehr hatte die Band die Leute in ihren Bann gezogen mit ihre Natürlichkeit, ihrem Können und ihrer Ausstrahlung.

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Craponne 2008 war erneut ein lohnenswertes Festival, insbesondere, wenn man die richtige Ausrüstung dabei hatte, Campingstuhl und ein wenig Kleidung für die kühlen Stunden um Mitternacht und etwas Schutz gegen den Regen. Nachdem sich das Wetter von Tag zu Tag gebessert hatte, waren die Äußerlichkeiten in Ordnung, die Festivalorganisation funktioniert Dank 300 Helfer und einer gut durchdachten Logistik ohnehin vorbildlich. Exakt ein Jahr wird es dauern, bis das Open-Air-Festival erneut steigt, Doug Moreland wird dann wohl den Western Swing einbringen. Wenn man "Craponne Country" googelt, landet man automatisch auf der richtigen website mit den stets aktualisierten Informationen.

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Kontakt: Karten: Tel. 00 33 471 03 25 52, e-mail: info@festivaldecraponne.com, Touristikbüro: Tel. 00 33 471 03 23 14 (Friedrich Hog)