Billy Yates mit bisher bester Show im Four Corners

Billy Yates ist seit rund 15 Jahren einer der besten Songschreiber in Nashville. Seit einigen Jahren bereist er regelmäßig Europa und beweist jeweils, dass mit echter Country Music, die Seele und Inhalte hat, das Publikum in Begeisterung versetzt werden kann. Mit seiner markanten Stimme, einem freundlichen, aber bestimmten Charisma und seinen Liedern, die von George Jones und anderen Größen aufgenommen werden, lässt er die Herzen höher schlagen. Am Freitag, den 26. Februar 2010 war er wieder einmal im gut besuchten Four Corners in Untermeitingen aufgetreten, und lieferte dort seinen bisher besten Four-Corners-Auftritt ab. Eröffnet wurde der Abend gegen 20.30 Uhr von Savannah aus Holland, die gewohnt zuverlässig, aber zunächst relativ lautstark aufspielten. Ihre Highlights waren mithin auch die leiseren Lieder wie „My Baby’s Gone“ von den Louvin Brothers“ oder Shawn Camp’s „K-I-S-S-I-N-G“. Dass sie aus der Feder von Billy Yates auch etwas spielten, z.B. „I Like My Music Country“, belegt schon, dass dieser ein riesiges Repertoire geschaffen hat, und nicht auf jedes seiner Lieder angewiesen ist. Sehr schön kam „When You Say Nothing At All“ aus der Feder von Paul Overstreet herüber. Gegen 22 Uhr betrat nach einer Pause für den zweiten Set des Abends Billy Yates zusätzlich die Bühne und zeigte wo’s lang geht, wenn im Four Corners echte Country Music auf ein Publikum trifft, das genau dieses hören möchte. Seine Lieder sind häufig mit einem Augenzwinkern versehen, geradezu philosophische Talente werden offenbar. „Billy Yates betrachtet das Verhalten und die Gefühle seiner Mitmenschen exakt und münzt die ermittelten Strukturen in zutreffende Lieder um wie „She’s Looking Better Every Beer“, je später der Abend, desto schöner die Mädels. Obwohl er fast ausschließlich eigenes Material auf die Bühne bringt, hat er dennoch Raum für Fremdkompositionen, die ihm etwas bedeuten, wie „Act Naturally“ von Johnny Russell oder „One Woman Man“ von Tillman Franks und Johnny Horton. Längst war die Lautstärke minimal heruntergefahren worden und damit absolut perfekt, der Sound war klar, so dass man jedem Instrument folgen konnte und auch der Gesang immer bestens verständlich war, nicht nur bei den gelegentlichen Balladen. Das alles gibt dem Meister Selbstvertrauen und er kann mit Überzeugung singen „I’m Too Country And Proud Of It“. Ebenso wie in „Anywhere But Nashville“ kritisiert er hier heftig die Politik der großen Plattenfirmen, die vorschreiben, wie die Musik klingen muss, die sie ans Country Radio „verkaufen“. Es sollte nicht um Sex oder Politik gehen, die Musik muss möglichst frei von leisen Tönen sein, sollte auch nicht zu Country klingen. Er selbst hat sich mithin längst von der Musikindustrie unabhängig gemacht und kann so singen und klingen, wie er das für richtig hält. Mit „Flowers“ präsentierte Billy Yates seinen größten eigenen Hitparadenerfolg, 1997 hat er damit Platz 36 in Billboard’s Country Charts erreicht. „That’s Why I Run“ aus der Feder von Billy Yates und Billy Ryan war der Titelsong seiner CD von 2008, Ende 2009 ist mit „Bill’s Barber Shop“ bereits ein adäquates Nachfolgealbum erschienen, das auf seiner Kindheit und Jugend im ländlichen Missouri basiert. Geboren wurde er am 13. März 1963 in Doniphan, Missouri, sein Vater Bill Yates hatte tatsächlich jenen Barber Shop. Das Augenzwinkern in Billy’s Liedern wurde besonders deutlich in „Daddy Had a Cardiac And Mama’s Got A Cadillac”, der Vater starb mit einem Lächeln auf dem Gesicht im fremden Bett, aber Mama hat das Lachen schließlich auf ihrer Seite, als sie sich mit dem Scheck aus der Lebensversicherung ein tolles Auto kaufen kann. Gleiches gilt für “The Perfect Woman”, sie sollte einen perfekten Körper und ein bereits bezahltes Auto haben, sowie einen Liquor Store besitzen. Und “Alcohol Abuse” zeigt auf, dass jedes verschüttete Tröpfchen einen Missbrauch darstellt, sei es Sam Adams, Tequila oder was auch immer. “My Infinate Love” widmete Billy Yates Michael Lonstar und dessen Frau, die in Untermeitingen im Publikum saßen. Vor seinen Helden Lefty Frizzell und Keith Whitley verneigte sich Billy Yates mit “I Never Go Around Mirrors” und rasantes Tempo legte er vor bei “Down At The Station”. Das galt auch für das texanisch angehauchte “Me, Marie” und “I Don’t Need No Rockin’ Chair”, mit dem George Jones 1993 einen CMA-Award gewann und Platz 34 der Country Charts erreicht hatte. In seiner gigantischen Karriere hatte George Jones lediglich zwei Mal den Grammy als bester Country Sänger gewonnen, 1980 für seinen Nummer 1 Hit “He Stopped Loving Her Today” und im Jahr 2000 für sein Top 30 Hit “Choices” aus der Feder von Billy Yates”. “Choices” hatte sich Billy für die Zugaben aufgehoben, ebenso das engagierte “American Voices”. Nach 95 Minuten war der bisher beste Auftritt von Billy Yates vor restlos begeistertem Publikum zu Ende, er widmete sich für den Rest des Abends den Wünschen nach Autogrammen und Fotos. Billy Yates und Savannah, eine Sternstunde im Four Corners in Untermeitingen. (Friedrich Hog)

erstellt am 08.03.2010 von Friedrich Hog
 
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