Jackson Taylor geht im eigenen Sound unter





Mit großer Vorfreude wurden Jackson Taylor & The Sinners aus Austin, Texas am 06. März 2010 in Untermeitingen erwartet. Das Konzert war ausverkauft, die Leute waren gekommen, um eine authentische Honky Tonk Band mit Texas-Outlaw-Einschlag zu hören. Nachdem die Band erst sehr spät angekommen war, gingen sie nach der Vorgruppe ohne eigentlichen Soundcheck auf die Bühne. Die Lautstärke der Musik sorgte von Anfang an dafür, dass man kaum ein gesungenes Wort verstehen konnte, selbst die ruhigeren Passagen waren insgesamt viel zu laut, wie bei „The Bluesman“ von Hank Williams jr.. Da war kein Musikgenuss möglich, etliche Leute gingen vorzeitig nach Hause. Jim Beam aus der Flasche regierte das Geschehen auf der Bühne, die musikalisch wertvolle Arbeit des Powersliders konnte nichts ausrichten. Dabei wäre der Ansatz der Band theoretisch sehr positiv, weg vom Nashville-Allerlei, „Country Song“, „Outlaw Women“, Vorbilder wie Waylon Jennings, Merle Haggard, Billy Joe Shaver oder Dale Watson. Aber die völlig überzogene Lautstärke, quasi Drum’n’Bass, und das bei auf null fahrender Hausanlage, ließ die Band im eigenen Sound und aufgrund der Wirkung des Whiskeys hoffnungslos untergehen. Wer bis zum Schluss blieb, wollte allenfalls und konnte schließlich die Selbstdemontage der Bestie erleben. Man wird sie hiernach auf deutschen Bühnen vermutlich nicht wiedersehen, live komplett zunichte der sehr positive Eindruck von der aktuellen CD „Aces ’N Eights“. Dies stand alles im gänzlichen Gegensatz zur „Vorgruppe“, die klar der Hauptact des Abends war, die Cripple Creek Band. Instrumentell ohnehin kaum zu schlagen, brachten sie einige neue Songs, die sie für ihre dieses Jahr erscheinende CD testeten. In Dänemark haben sie eine Woche Auszeit genommen, um entspannt an den Liedern für das neue Album zu arbeiten. Der Auftritt war der Tourstart 2010 und der war absolut gelungen. „Bad Case Of Loving You“ kennt man schon von Texas Lightning, „Ticks“ und „The World“ waren Riesenhits von Brad Paisley, egal ob eigene Songs oder Covers, die Cripple Creek Band überzeugte auch durch eine gelungene Auswahl ihrer Lieder. Helmut Limbeck als Multiinstrumentalist hatte sichtlich Spaß am Einsatz seiner Instrumente, ihr sehr dichter Country-Rock-Sound war einfach großartig. Neu war z.B. „Happy Hours In Heaven“. „Liza Jane“ hatte Vince Gill zu Hitehren geführt und „Hey Good Looking“ war eine Erinnerung an den großartigen Hank Williams. Sogar richtige Swamp Music kam vor, „Whiskey Woman“, gesanglich schwierig gestaltete sich allerdings die Ballade „What Hurts The Most“ vom Trio Rascal Flatts, geschrieben von Jeffrey Steele. Mit „Alive And Kickin‘“ zeigten sie Lebensmut und kündigten eine bestimmt erfolgreiche Saison 2010 an, der Auftritt der Cripple Creek Band ging mit einem überragenden „The Devil Went Down To Georgia“ zu Ende. (Friedrich Hog)

erstellt am 08.03.2010 von Friedrich Hog
 
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